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Knoten und Bünde

Knoten

Überhandknoten:

Der einfachste Knoten von allen. Er wird häufig verwendet, um das Ausfransen eines Endes zu verhindern. Da sich der Überhandknoten leicht stark zuzieht, ist der Achtknoten als Endknoten besser geeignet.

Achtknoten:

Ein nützlicher Endknoten um ein Ende zu verdicken (z.B. um das Rutschen durch eine Öse zu verhindern). Der fertige Knoten sieht aus wie eine Acht. Er ist dem Überhandknoten, vorzuziehen, weil er sich nicht so zuzieht.

Anmerkung:

Legt man das Seil vorher doppelt und knüpft dann einen Achtknoten, erhält man eine feste Schlinge. Diese hat den Vorteil, dass sie sich auch bei starker Belastung nicht so stark zusammen zieht und leicht wieder zu lösen ist. Alternativ kann man auch zuerst einen einfachen Achtknoten knüpfen (nicht fest ziehen!), eine Schlinge beliebiger Größe legen und das Endstück des Seils einfach wieder durch den gelegten Knoten zurückführen.

Schotstek:

Dieser Knoten (auch genannt Weber-Kreuz-Knoten) wird gewöhnlich benutzt, um zwei Seile unterschiedlicher Dicke zu verbinden. Beim Schotstek müssen beide lose Enden auf der selben Seite der Bucht herauskommen, damit er hält (vgl. Abb.). Knüpft man den Schotstek falsch (beide Enden auf gegenüberliegenden Seiten; „linker Schotstek“), so erhält man einen weniger sicheren Knoten mit stark verminderter Haltbarkeit. Noch sicherer ist der doppelte Schotstek. Er ist besonders nützlich, wenn die Seile sehr unterschiedlich dick sind oder besondere Anforderungen an die Sicherheit gestellt werden. Mit dem dickeren der beiden Seile wird eine Bucht gelegt, das dünnere Seil wird von unten durch die Bucht geführt, zweimal um die Bucht herum und unter sich selbst gesteckt.

Kreuzknoten, Weberknoten:

Er ist ein einfacher Knoten zum verbinden zweier gleich starker Seile. Allerdings ist der Weberknoten kein dauerhaft sicherer Knoten und kann sich unter Umständen lösen. Für eine sichere Verbindung ist ein (doppelter) Schotstek immer vorzuziehen. Es ist darauf zu achten, dass die beiden losen Enden auf der gleichen Seite herauskommen.

Spierenstich, Fischerknoten: Der Fischerknoten ist ein weiterer Verbindungsknoten und ist vorwiegend zur Verbindung von dünnen Schnüren, Kordeln und Fäden gleicher Stärke geeignet. Man legt hierfür beide Seile nebeneinander und bindet mit dem einem Ende einen Überhandknoten um das andere Ende und umgekehrt. Anschließend schiebt man die Knoten eng zusammen bevor man den Knoten fest anzieht.

Webeleinstek, Mastwurf:

Mit diesem Knoten befestigt man ein Seil schnell und sicher an einem Balken. Er zieht sich selten zu, kann sich unter Spannung aber lösen, wenn sich der Balken dreht. Oft benutzt um Bünde zu beginnen und zu beenden. Wenn Gefahr besteht, dass sich der Mastwurf löst, schlage mit der losen Part zwei halbe Schläge um die feste Part (Mastwurf mit zwei halben Schlägen)!

Mastwurf mit zwei halben Schlägen:

Für Lagerbauten benutzt man den Rundtörn mit zwei halben Schlägen statt des Mastwurfes, da sich dieser nicht löst. Rundtörn mit zwei halben Schlägen: Dient zur Befestigung eines Seilendes an einem Balken (z.B. als Beginn eines Bundes). Er zieht sich kaum zusammen. Besser als der Mastwurf, weil die halben Schläge das Aufrollen des Knotens verhindern. Führe das lose Ende des Seiles zweimal um den Balken, dann über das stehende Ende, darunter zurück und noch mal über sich selbst um einen halben Schlag zu bekommen. Dasselbe wird für den zweiten Halbschlag wiederholt.

Zimmermannsschlag:

Mit dem Zimmermannsschlag befestigt man ein Seilende an einem Stamm. Der Knoten zieht sich unter Belastung zu, löst sich aber bei lockerem Seil wieder leicht. Dieser Knoten ist nicht für sicherheitsrelevante Anwendungen geeignet, da ein Ende durchrutschen kann. Lege das Seil um den Balken, dann führe die lose Part um die stehende Part des Seils. Wickele anschließend die lose Part drei- bis viermal um sich selbst.

Ankerstich:

Mit dem Ankerstich lässt sich ein Seil schnell und einfach an einem Ast oder Ring befestigen. Bei ungleichmäßiger Belastung kann sich der Knoten allerdings von selbst lösen.

Palstek (Rettungsschlinge):

Der Palstek ist einer der wichtigsten Knoten und wird verwendet, um eine feste (sich nicht zuziehende) Schlinge beliebiger Größe zu erstellen. Er ist universell einsetzbar und recht sicher. Bei hohen Sicherheitsansprüchen sollte der Knoten auf jeden Falle mit einem Endknoten (Achtknoten) beendet werden. Lege ein Auge (die Richtung ist wichtig) und stecke das lose Ende von unten durch das Auge, hinten um die stehende Part und von oben zurück durch das Auge. Kleiner Merksatz: Der Frosch springt aus dem Teich, um den Baum und wieder in den Teich.

Bünde

Dreibeinbund:

Wird verwendet, um z.B. ein Dreibein zum Aufbau einer Jurte zu binden.

Kreuzbund:

Beim Kreuzbund zunächst das Seil mit einem Mastwurf befestigen. Von hier aus wie in der Abbildung das Seil je drei Mal um das Kreuz führen. Am Schluss noch zwei bis drei Mal um den Kreuzpunkt herum führen und das Ende mit dem Seilanfang (Weberknoten) verbinden oder mit einem Mastwurf befestigen. Bei der Verwendung als Kohtenkreuz ist es sinnvoll, den Abschluss (Weberknoten oder Ende durch Bund hindurch ziehen) genau in die Kreumitte zu legen.

Parallelbund:

Mit dem Paralellbund kann man zwei Stangen miteinander verbinden. So z.B. bei Außenstangen für die Kohte oder das Jurtenkreuz. Beginne mit einem Zimmermannschlag oder einem Mastwurf und wickle um alle Stangen ca. 7 mal. Am Ende dann noch ein bis zwei mal „Querziehen“ und das Seilende mit einem Mastwurf befestigen.